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Wohlbefinden2026-04-12 · 8 min

ADHS bei Erwachsenen — Symptome, Diagnose und Screening-Test

ADHS verschwindet nicht nach der Kindheit. Erfahren Sie die 9 Symptome von ADHS bei Erwachsenen und den Unterschied zwischen unaufmerksamem und hyperaktivem Typ.

ADHS bei Erwachsenen — Die versteckte Epidemie

Jahrzehntelang galt ADHS als Kindheitsstörung, aus der man „herauswächst". Heute wissen wir: 60-70% der Kinder mit ADHS erfüllen auch im Erwachsenenalter die Diagnosekriterien (Faraone et al., 2006). Schätzungen zufolge sind 2,5-4% der erwachsenen Weltbevölkerung betroffen.

Das Problem? Die meisten Erwachsenen mit ADHS wurden nie diagnostiziert.

3 Typen von ADHS

Das DSM-5 unterscheidet drei klinische Präsentationen:

1. Vorwiegend unaufmerksamer Typ (ADHS-PI)

  • Schwierigkeiten, sich auf Details zu konzentrieren
  • Probleme bei der Organisation von Aufgaben
  • Leicht ablenkbar
  • Vergessen alltäglicher Aktivitäten

Bei Erwachsenen: chronisches Zuspätkommen, Verlieren von Dingen, verpasste Fristen.

2. Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ (ADHS-HI)

  • Zappeln, Unfähigkeit stillzusitzen
  • Übermäßiges Reden, Unterbrechen anderer
  • Handeln ohne nachzudenken

Bei Erwachsenen: innere Unruhe, impulsive Entscheidungen, häufiger Jobwechsel.

3. Kombinierter Typ (ADHS-C)

Kombination beider Typen — am häufigsten diagnostiziert.

9 Schlüsselsymptome bei Erwachsenen

  1. Chronisches Aufschieben — nicht aus Faulheit, sondern durch Aktivierungsschwierigkeiten
  2. Hyperfokus — paradoxerweise intensive Konzentration auf interessante Aufgaben
  3. Emotionale Dysregulation — schnelle Stimmungsschwankungen
  4. Arbeitsgedächtnisprobleme — sofortiges Vergessen gehörter Informationen
  5. Planungsschwierigkeiten — „Zeitblindheit"
  6. Innere Unruhe — ständiges Gefühl, etwas tun zu müssen
  7. Impulsivität — unüberlegte Aussagen und Entscheidungen
  8. Startschwierigkeiten — trotz Motivation nicht „anfangen können"
  9. Ablehnungssensitivität (RSD) — übermäßiger emotionaler Schmerz bei Kritik

ADHS und Begleiterkrankungen

ADHS bei Erwachsenen tritt häufig zusammen auf mit:

  • Angststörungen (~50%)
  • Depression (~30-40%)
  • Schlafstörungen (~75%)
  • Essstörungen
  • Suchterkrankungen

Diagnose und Bewältigung

Die Diagnose erfordert ein klinisches Interview, Kindheitsanamnese und Screening-Tools (ASRS-v1.1, DIVA-5). Neben Medikation und Psychotherapie helfen externe Systeme (Kalender, Erinnerungen), Body Doubling, die Pomodoro-Technik und regelmäßige Bewegung.

Verwandte Tests auf PsychoProfil.pl:

  • Angst-Test (GAD-7) — ADHS tritt häufig mit Angststörungen auf
  • Prokrastinations-Test — häufiges ADHS-Symptom
  • Psychische Resilienz — Umgang mit ADHS-Herausforderungen

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Dieser Artikel ist informativ und ersetzt keine klinische Diagnose.

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