ADHS bei Erwachsenen â Symptome, Diagnose und Screening-Test
ADHS verschwindet nicht nach der Kindheit. Erfahren Sie die 9 Symptome von ADHS bei Erwachsenen und den Unterschied zwischen unaufmerksamem und hyperaktivem Typ.
ADHS bei Erwachsenen â Die versteckte Epidemie
Jahrzehntelang galt ADHS als Kindheitsstörung, aus der man âherauswĂ€chst". Heute wissen wir: 60-70% der Kinder mit ADHS erfĂŒllen auch im Erwachsenenalter die Diagnosekriterien (Faraone et al., 2006). SchĂ€tzungen zufolge sind 2,5-4% der erwachsenen Weltbevölkerung betroffen.
Das Problem? Die meisten Erwachsenen mit ADHS wurden nie diagnostiziert.
3 Typen von ADHS
Das DSM-5 unterscheidet drei klinische PrÀsentationen:
1. Vorwiegend unaufmerksamer Typ (ADHS-PI) - Schwierigkeiten, sich auf Details zu konzentrieren - Probleme bei der Organisation von Aufgaben - Leicht ablenkbar - Vergessen alltÀglicher AktivitÀten
Bei Erwachsenen: chronisches ZuspÀtkommen, Verlieren von Dingen, verpasste Fristen.
2. Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ (ADHS-HI) - Zappeln, UnfĂ€higkeit stillzusitzen - ĂbermĂ€Ăiges Reden, Unterbrechen anderer - Handeln ohne nachzudenken
Bei Erwachsenen: innere Unruhe, impulsive Entscheidungen, hÀufiger Jobwechsel.
3. Kombinierter Typ (ADHS-C) Kombination beider Typen â am hĂ€ufigsten diagnostiziert.
9 SchlĂŒsselsymptome bei Erwachsenen
1. Chronisches Aufschieben â nicht aus Faulheit, sondern durch Aktivierungsschwierigkeiten 2. Hyperfokus â paradoxerweise intensive Konzentration auf interessante Aufgaben 3. Emotionale Dysregulation â schnelle Stimmungsschwankungen 4. ArbeitsgedĂ€chtnisprobleme â sofortiges Vergessen gehörter Informationen 5. Planungsschwierigkeiten â âZeitblindheit" 6. Innere Unruhe â stĂ€ndiges GefĂŒhl, etwas tun zu mĂŒssen 7. ImpulsivitĂ€t â unĂŒberlegte Aussagen und Entscheidungen 8. Startschwierigkeiten â trotz Motivation nicht âanfangen können" 9. AblehnungssensitivitĂ€t (RSD) â ĂŒbermĂ€Ăiger emotionaler Schmerz bei Kritik
ADHS und Begleiterkrankungen
ADHS bei Erwachsenen tritt hÀufig zusammen auf mit: - Angststörungen (~50%) - Depression (~30-40%) - Schlafstörungen (~75%) - Essstörungen - Suchterkrankungen
Diagnose und BewÀltigung
Die Diagnose erfordert ein klinisches Interview, Kindheitsanamnese und Screening-Tools (ASRS-v1.1, DIVA-5). Neben Medikation und Psychotherapie helfen externe Systeme (Kalender, Erinnerungen), Body Doubling, die Pomodoro-Technik und regelmĂ€Ăige Bewegung.
- Angst-Test (GAD-7) â ADHS tritt hĂ€ufig mit Angststörungen auf
- Prokrastinations-Test â hĂ€ufiges ADHS-Symptom
- Psychische Resilienz â Umgang mit ADHS-Herausforderungen
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Dieser Artikel ist informativ und ersetzt keine klinische Diagnose.