Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
Was ist KVT?
Die Kognitive Verhaltenstherapie ist eine Form der Psychotherapie, die davon ausgeht, dass unsere Gedanken, Emotionen und unser Verhalten zusammenhängen — und dass eine veränderte Sicht auf eine Situation Emotionen und Verhalten verändern kann. Sie entstand in den 1960er-Jahren (Aaron Beck — kognitives Modell der Depression; Albert Ellis — rational-emotive Therapie).
Wie funktioniert sie?
Kognitive Verzerrungen erkennen („alles ist verloren“, „die mögen mich bestimmt nicht, sie haben nicht geantwortet“), ihre Stichhaltigkeit prüfen („Was spricht dafür?“), Verhaltensexperimente (Annahmen in der Praxis testen), Hausaufgaben zwischen den Sitzungen. Meist 8–20 Sitzungen, kurzzeitig, strukturiert.
Wirksamkeit
Goldstandard für die meisten Angststörungen, leichte bis mittelgradige Depression, Zwangsstörung, PTBS und Essstörungen. Hunderte RCTs und Metaanalysen zeigen eine Wirksamkeit vergleichbar mit Medikamenten, mit besserem Langzeiteffekt (weniger Rückfälle).
Dritte Welle
Neuere Weiterentwicklungen: ACT (Akzeptanz- und Commitment-Therapie), DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie — bei Borderline), MBCT (achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie — zur Rückfallprävention bei Depression).
Online
KVT per App (Woebot, MoodGYM) und Therapie per Bildschirm zeigen bei leichten Störungen eine ähnliche Wirksamkeit wie Therapie vor Ort. Anerkannt vom NHS und vielen Gesundheitssystemen.