GSES vs Rosenberg — Selbstwirksamkeit oder Selbstwertgefühl?
Die GSES (Schwarzer & Jerusalem, 1995) misst allgemeine Selbstwirksamkeit — deine Überzeugung, schwierige Situationen bewältigen und deine Ziele erreichen zu können. Im Mittelpunkt steht Handlungsfähigkeit — der Glaube an die eigene Fähigkeit zu handeln. 10 Fragen, Skala 1–4.
Die Rosenberg-Selbstwertskala (RSES, 1965) misst das globale Selbstwertgefühl — dein allgemeines Gefühl, als Person wertvoll zu sein, unabhängig von bestimmten Fähigkeiten. 10 Fragen, hier auf einer 5-stufigen Skala.
Der zentrale Unterschied: Du kannst ein hohes Selbstwertgefühl und eine niedrige Selbstwirksamkeit haben („Ich bin ein wertvoller Mensch, aber ich glaube nicht, dass ich diese Situation schaffe“). Und umgekehrt — hohe Selbstwirksamkeit bei niedrigem Selbstwert („Ich kann diese Aufgabe erledigen, fühle mich aber wie ein Hochstapler“). In der Praxis korrelieren beide mit ~0,6 — verwandt, aber nicht identisch.
Die GSES ist eher operativ (sagt Ausdauer, Risikobereitschaft und Veränderungsmotivation vorher). Rosenberg ist eher existenziell (sagt Wohlbefinden, Zufriedenheit und Anfälligkeit für Depression vorher).
Wann verwenden: Skala der Allgemeinen Selbstwirksamkeit — GSES (10 Fragen)
- Du willst wissen, ob du dich Herausforderungen gewachsen fühlst
- Du stehst vor einer großen Veränderung und prüfst deine Ressourcen
- Dir sind Motivation und Ausdauer wichtig, nicht nur das allgemeine Wohlbefinden
Wann verwenden: Rosenberg-Selbstwertskala (RSES)
- Du fragst nach deinem allgemeinen Wert als Person
- Erfolge ändern dein grundlegendes Selbstwertgefühl nicht
- Du interessierst dich für allgemeines Wohlbefinden und Depressionsrisiko
Unsicher? Mach beide Tests!